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Die Bedeutung von verantwortungsvoller KI: Nutzen, Prinzipien und Compliance
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Die Bedeutung von verantwortungsvoller KI: Nutzen, Prinzipien und Compliance

Warum ist verantwortungsvolle KI wichtig?

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Key Takeaways

  • Verantwortungsvolle KI ist entscheidend, um sicherzustellen, dass KI-Systeme ethisch, rechtssicher und verantwortungsvoll entwickelt und eingesetzt werden. Über die reine Compliance hinaus kann Responsible AI auch finanzielle Vorteile schaffen und das Vertrauen von Kunden, Partnern und Mitarbeitenden stärken.

  • Um KI sicher und verantwortungsvoll einzusetzen, müssen Unternehmen prüfen, wie ihre KI-Systeme Datenschutz- und Sicherheitsrisiken steuern, ethische Anforderungen erfüllen und regulatorische Vorgaben einhalten.

  • Stellen Sie sicher, dass die eingesetzten KI-Technologien und -Anbieter durch anerkannte Zertifizierungen wie ISO/IEC 42001 – dem weltweit ersten Standard für KI-Managementsysteme – zur verantwortungsvollen KI-Entwicklung verpflichtet sind.

  • Liferay bekennt sich klar zu verantwortungsvollen KI-Prinzipien und setzt diese im eigenen KI-Managementsystem (AI Management System (AIMS)) um. Die ISO/IEC-42001-Zertifizierung bestätigt diesen Ansatz und schafft eine belastbare Grundlage, um KI-Initiativen verantwortungsvoll zu skalieren und sich sicher im dynamischen Umfeld von KI-Governance und Regulierung zu bewegen.

Die Bedeutung verantwortungsvoller KI

Künstliche Intelligenz (KI) hat in Branchen wie dem Finanzwesen, Gesundheitswesen, Fertigung und vielen weiteren bereits enorme Effizienzgewinne und Innovationen ermöglicht. Gleichzeitig erfordert der Einsatz von KI-Systemen, dass diese Technologien ethisch, sicher und verantwortungsvoll entwickelt und genutzt werden. Es reicht nicht aus, KI einzusetzen – Unternehmen müssen KI verantwortungsvoll einsetzen.

Warum ist verantwortungsvolle KI wichtig?

Da KI-Technologien zunehmend geschäftskritische Prozesse unterstützen, wächst der Bedarf an klaren Regeln und Strukturen für deren Entwicklung und Nutzung.

Laut der International Organization for Standardization (ISO) bezeichnet verantwortungsvolle KI die Praxis, KI-Systeme rechtlich und ethisch korrekt zu entwickeln und einzusetzen – mit dem Ziel, gesellschaftlichen Nutzen zu schaffen und gleichzeitig negative Auswirkungen zu minimieren.

Welche Vorteile bietet verantwortungsvolle KI?

Die Priorisierung verantwortungsvoller KI hilft nicht nur dabei, globale regulatorische Anforderungen einzuhalten und kostspielige Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, sondern bietet darüber hinaus weitere Vorteile:

  • Reduzierung von Verzerrungen und Risiken: Eine Studie von PwC zeigt, dass Unternehmen mit einem Responsible-AI-Ansatz die Häufigkeit negativer KI-bezogener Vorfälle um bis zu 50 % reduzieren konnten. Taten solche Vorfälle dennoch auf, erholten sich diese Unternehmen finanziell deutlich schneller.

  • Finanzielle Vorteile: Laut derselben PwC-Studie erzielten Unternehmen, die verantwortungsvolle KI über reine Compliance hinaus vorantrieben, bis zu 4 % höhere Umsätze als Organisationen, die ausschließlich auf regulatorische Mindestanforderungen setzten.

  • Stärkung von Vertrauen: Unternehmen, die in verantwortungsvolle KI investierten, verzeichneten ein um 7 % höheres Vertrauensniveau bei Öffentlichkeit und Mitarbeitern im Vergleich zu ihren Wettbewerbern.

Zentrale Prinzipien für verantwortungsvolle KI-Systeme

Wie können Unternehmen sicherstellen, dass KI verantwortungsvoll eingesetzt wird? Ein Blick auf folgende Kernbereiche hilft:

Umgang mit Datenschutz- und Sicherheitsrisiken

Unzureichend abgesicherte KI-Systeme können neue Cyberrisiken und Schwachstellen schaffen. Insbesondere bei generativer KI bestehen unter anderem folgende Risiken:

Datenschutzverletzungen KI-Systeme verarbeiten große Datenmengen. Werden Trainingsdaten nicht ausreichend geschützt, können Cyberkriminelle auf sensible Kunden- oder Unternehmensdaten zugreifen.
Datenlecks

Im Gegensatz zu gezielten Angriffen entstehen Datenlecks oft unbeabsichtigt. So kam es beispielsweise bei, ChatGPT vor, dass Nutzer Einblicke in die Titel von Gesprächsverläufen anderer Nutzer erhielten.

Datenmanipulation Angreifer können KI-Modelle gezielt manipulieren, indem sie schädliche Daten einspeisen oder Modelle verändern, um deren Verhalten und Ergebnisse zu verfälschen.
Unbefugte Datenerhebung und -nutzung KI-Modelle können Daten ohne rechtliche Grundlage erfassen oder für andere Zwecke nutzen als ursprünglich vorgesehen – mit potenziellen Datenschutzverstößen als Folge.

 

Unternehmensverantwortliche können diesen Risiken begegnen, indem sie strukturierte Risikoanalysen durchführen, die rechtliche Grundlage prüfen, bewährte Sicherheitspraktiken umsetzen und besonders schützenswerte Daten gezielt absichern. 

Einhaltung ethischer Grundsätze

Zu den zentralen ethischen Herausforderungen von KI zählen Verzerrungen und Diskriminierung, da KI bestehende Ungleichheiten aus verzerrten Datensätzen oder Fehlinformationen reproduzieren kann. Laut UNESCO sollten sich ethische KI-Anwendungen an vier Kernwerten orientieren: dem Wohl der Menschheit, des Einzelnen, der Gesellschaft und der Umwelt.

Microsoft CEO Satya Nadella bringt es auf den Punkt: „KI wird eine entscheidende Rolle bei der Lösung der größten Herausforderungen unserer Zeit spielen – sie muss jedoch so entwickelt werden, dass sie menschliche Werte widerspiegelt.“

Ein Beispiel: Nutzt ein HR-Team einen Algorithmus zur Bewerberauswahl, der auf historischen Daten basiert, in denen überwiegend Männer erfolgreich waren, kann das System männliche Kandidaten systematisch bevorzugen.

Daher ist es essenziell, unbewusste Verzerrungen zu erkennen, die sich auf KI-Modelle auswirken können. Verantwortungsvolle KI-Entwicklung umfasst unter anderem die Identifikation von Bias-Quellen, inklusive Prompt-Gestaltung sowie menschliche Kontrolle über den gesamten KI-Lebenszyklus hinweg – von Forschung und Entwicklung bis zu Betrieb und Wartung.

Auch der missbräuchliche Einsatz von KI, etwa durch Deepfakes, wirft erhebliche ethische Fragen auf. Deepfakes täuschen nicht nur über Identitäten hinweg, sondern können laut Dr. Tim Stevens vom Cyber Security Research Group am King’s College London auch eine ernsthafte Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen.

Wie Sri Amit Ray in Ethical AI Systems schreibt: „Ethik ist der Kompass, der Künstliche Intelligenz zu verantwortungsvollen und positiven Ergebnissen führt. Ohne ethische Leitlinien wird KI zu einem Instrument von Chaos und Schaden.“

Erfüllung regulatorischer Anforderungen

KI-Compliance beschreibt den Prozess, sicherzustellen, dass KI-Systeme allen relevanten Gesetzen und Vorschriften entsprechen. Neben dem Schutz von Sicherheit und Privatsphäre hilft Compliance Unternehmen, rechtliche und finanzielle Risiken zu minimieren.

Ein zentrales Regelwerk ist der EU Artificial Intelligence Act, den die Europäische Kommission 2021 als weltweit ersten umfassenden Rechtsrahmen für KI eingeführt hat. Der EU AI Act klassifiziert KI-Systeme nach ihrem Risikopotenzial – von minimalem bis hohem Risiko – und sieht für Hochrisiko-Anwendungen besonders strenge Anforderungen vor. Dazu zählen etwa Systeme zur Verwaltung öffentlicher Leistungen oder zur Bewertung von Bewerberprofilen, die vor Markteinführung geprüft werden müssen.

Auch wenn andere Länder unterschiedliche regulatorische Ansätze verfolgen, ist klar: Weitere KI-Regulierungen werden folgen. Unternehmen müssen daher wachsam bleiben und ihre KI-Strategien kontinuierlich an neue rechtliche Vorgaben anpassen.

Verantwortungsvolle KI weiterentwickeln

Mit der zunehmenden Geschwindigkeit von KI-Innovationen steigen auch Risiken und Unsicherheiten – und damit die Bedeutung klarer Verantwortlichkeiten. Unternehmen sollten daher sicherstellen, dass sowohl eingesetzte Technologien als auch Anbieter nachweislich verantwortungsvoll handeln.

Eine Möglichkeit, geeignete Partner zu identifizieren, sind anerkannte Zertifizierungen wie ISO/IEC 42001, der weltweit erste Standard für KI-Managementsysteme.

Was ist ISO/IEC 42001?

Der Standard unterstützt Organisationen dabei, ein KI-Managementsystem aufzubauen, umzusetzen, zu betreiben und kontinuierlich zu verbessern. Er stellt sicher, dass KI-Systeme verantwortungsvoll, ethisch und regelkonform entwickelt und genutzt werden, unter anderem durch:

  • Etablierung eines strukturierten KI-Managementsystems (AIMS)

  • Systematisches KI-Risikomanagement, einschließlich Bias- und Datenschutzrisiken

  • Förderung ethischer Prinzipien wie Transparenz und Fairness

  • Kontinuierliches Monitoring und Verbesserung der KI-Leistung

  • Einbindung von Compliance-Teams und relevanten Stakeholdern zur organisationsweiten Sensibilisierung

Die Zertifizierung belegt das aktive Engagement eines Unternehmens für verantwortungsvolle KI und stärkt Vertrauen, Zukunftssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.

Wie Liferay KI verantwortungsvoll und sicher einsetzt

Um Unternehmen bei der Gestaltung digitaler Erlebnisse zu unterstützen, integriert Liferay KI gezielt in seine Plattform. Gleichzeitig ist sich Liferay bewusst, dass Kunden vertrauenswürdige KI erwarten – einschließlich klarer Antworten auf ethische, sicherheitsrelevante und rechtliche Fragen.

Aktuell verfolgt Liferay einen Bring-Your-Own-AI-(BYO-AI)-Ansatz, bei dem Kunden eigene KI-Lösungen integrieren können, anstatt dass Liferay selbst KI-Systeme bereitstellt. Unabhängig davon verpflichtet sich Liferay zur Einhaltung verantwortungsvoller KI-Prinzipien im eigenen KI-Managementsystem (AIMS), das durch die ISO/IEC-42001-Zertifizierung bestätigt wurde.

Das AIMS ist so konzipiert, dass es auch zukünftige KI-Funktionalitäten – einschließlich integrierter Drittanbieter-Lösungen – abdeckt. Regelmäßige Audits, kontinuierliches Monitoring und Schulungen für Mitarbeitende stellen sicher, dass KI-Systeme fair, transparent und sicher bleiben.

Weitere Informationen zum KI-Managementsystem von Liferay und zum Engagement für verantwortungsvolle KI finden Sie hier.

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